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Polyzystisches Ovarsyndrom

  • ICD-10E28.2
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Endokrinologie
  • Ovar

Auch bekannt als PCOS · PCO-Syndrom · Stein-Leventhal-Syndrom · Polyzystische Ovarien

Das polyzystische Ovarsyndrom ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Kennzeichnend sind ein Überschuss an männlichen Hormonen, eine gestörte oder ausbleibende Ovulation und eine Insulinresistenz, die durch Übergewicht verstärkt wird. Typische Beschwerden sind unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen, vermehrte Körperbehaarung nach männlichem Muster (Hirsutismus), Akne, Haarausfall am Oberkopf, Gewichtszunahme und ein unerfüllter Kinderwunsch. Häufig bestehen zusätzlich dunkle, samtartige Hautveränderungen in Nacken und Achseln (Acanthosis nigricans) als Zeichen der Insulinresistenz.

Die Diagnose wird nach den Rotterdam-Kriterien gestellt, wenn zwei von drei Merkmalen vorliegen: Zyklusstörungen, klinischer oder laborchemischer Androgenüberschuss und polyzystische Ovarien im Ultraschall. Andere Ursachen wie Schilddrüsenerkrankungen, Hyperprolaktinämie, adrenogenitales Syndrom und androgenbildende Tumoren werden ausgeschlossen. Grundpfeiler der Therapie sind Gewichtsreduktion und Bewegung. Je nach Ziel werden kombinierte orale Kontrazeptiva gegen Zyklusstörungen und Hirsutismus eingesetzt, Metformin bei Insulinresistenz und Letrozol zur Auslösung des Eisprungs bei Kinderwunsch. Langfristig ist das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gebärmutterschleimhautkrebs erhöht.

💡 Nice to know

Der Name ist irreführend: Die „Zysten“ sind keine echten Zysten, sondern viele kleine, in ihrer Reifung stehen gebliebene Eibläschen, die im Ultraschall wie eine Perlenkette am Rand des Eierstocks aufgereiht sind.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.