Poststreptokokken-Glomerulonephritis
- ICD-10N00.9
- Nephrologie
- Pädiatrie
- Niere
Auch bekannt als PSGN · Akute Poststreptokokken-Glomerulonephritis · Postinfektiöse Glomerulonephritis · Akute Glomerulonephritis · Akutes nephritisches Syndrom
Die Poststreptokokken-Glomerulonephritis ist eine immunkomplexvermittelte Entzündung der Glomeruli nach einer Infektion mit nephritogenen A-Streptokokken. Sie tritt typischerweise ein bis drei Wochen nach einer Pharyngitis oder drei bis sechs Wochen nach einer Hautinfektion wie Impetigo auf und betrifft vor allem Kinder im Schulalter. Es entsteht ein nephritisches Syndrom mit Hämaturie und colafarbenem Urin, Ödemen besonders an den Augenlidern, Hypertonie und verminderter Urinausscheidung.
Im Urin finden sich dysmorphe Erythrozyten, Erythrozytenzylinder und eine mäßige Proteinurie. Typisch sind ein erniedrigtes Komplement C3, das sich innerhalb von etwa acht Wochen normalisiert, und erhöhte Antistreptokokken-Antikörper wie ASL oder Anti-DNase B. Die Behandlung ist supportiv mit Flüssigkeits- und Salzrestriktion, Diuretika und Blutdrucksenkung, eine noch bestehende Infektion wird antibiotisch behandelt. Bei Kindern ist die Prognose sehr gut.
💡 Nice to know
Die rechtzeitige Antibiotikatherapie einer Streptokokken-Angina beugt dem rheumatischen Fieber vor, verhindert eine Poststreptokokken-Glomerulonephritis aber nicht zuverlässig.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.