Posttraumatische Belastungsstörung
- ICD-10F43.1
- Psychiatrie
- Psyche
Auch bekannt als PTBS · PTSD · Posttraumatisches Belastungssyndrom · Traumafolgestörung
Die posttraumatische Belastungsstörung kann nach einem außergewöhnlich bedrohlichen Ereignis entstehen, etwa nach Gewalt, schweren Unfällen, Krieg, Naturkatastrophen oder dem Miterleben eines gewaltsamen Todes. Die Symptome beginnen meist innerhalb von Wochen bis Monaten nach dem Trauma. Kernsymptome sind das ungewollte Wiedererleben in Form von Erinnerungen, Albträumen oder Flashbacks, die Vermeidung von Orten, Personen und Gedanken, die an das Ereignis erinnern, und eine anhaltende Übererregung mit Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit und Konzentrationsproblemen. Häufig kommen emotionale Taubheit und Entfremdungsgefühle hinzu.
Die Diagnose wird klinisch anhand der Kriterien von ICD und DSM gestellt; häufige Begleiterkrankungen sind Depression, Angststörungen und Suchterkrankungen. Therapie der ersten Wahl ist eine traumafokussierte Psychotherapie, etwa die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie oder EMDR. Medikamente wie Sertralin oder Paroxetin kommen ergänzend infrage, Benzodiazepine sollten vermieden werden. Nicht jeder Mensch entwickelt nach einem Trauma eine PTBS; soziale Unterstützung gilt als wichtiger Schutzfaktor. Unbehandelt kann die Erkrankung jahrelang anhalten.
💡 Nice to know
Ähnliche Beschwerden wurden nach dem Ersten Weltkrieg als „Kriegszitterer“ oder „Shell Shock“ bezeichnet und damals oft als Schwäche oder Simulation abgetan. Als eigenständige Diagnose wurde die PTBS erst 1980 anerkannt, vor allem durch Erfahrungen mit Veteranen des Vietnamkriegs.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.