Präeklampsie
- ICD-10O14.9
- Gynäkologie und Geburtshilfe
- Plazenta
Auch bekannt als Gestose · EPH-Gestose · Schwangerschaftsvergiftung · Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie mit Proteinurie
Die Präeklampsie ist eine schwangerschaftsspezifische Erkrankung, die meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auftritt. Ursache ist eine gestörte Einnistung und Gefäßentwicklung der Plazenta, die zu einer Minderdurchblutung und zur Freisetzung von Faktoren führt, die die Gefäßwände im ganzen Körper schädigen. Risikofaktoren sind erste Schwangerschaft, Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft, Mehrlinge, chronischer Bluthochdruck, Diabetes, Nierenerkrankungen, Übergewicht und höheres Alter. Definiert ist sie durch neu aufgetretenen Bluthochdruck mit Proteinurie oder anderen Organbeteiligungen; typisch sind Ödeme, Kopfschmerzen, Sehstörungen mit Augenflimmern und Oberbauchschmerzen.
Schwere Verläufe können zu Krampfanfällen (Eklampsie), zum HELLP-Syndrom mit Hämolyse, erhöhten Leberwerten und Thrombozytopenie, zu Lungenödem, Nierenversagen, vorzeitiger Plazentalösung und Wachstumsverzögerung des Kindes führen. Der sFlt-1/PlGF-Quotient im Blut hilft, die Erkrankung vorherzusagen oder auszuschließen. Der Blutdruck wird mit Alpha-Methyldopa, Nifedipin oder Labetalol behandelt, zur Vorbeugung von Krampfanfällen wird Magnesiumsulfat gegeben. Die einzige ursächliche Therapie ist die Entbindung, deren Zeitpunkt zwischen dem Zustand der Mutter und der Reife des Kindes abgewogen wird. Bei Risikopatientinnen senkt niedrig dosiertes ASS ab der Frühschwangerschaft das Risiko deutlich.
💡 Nice to know
Die Plazenta ist der Schlüssel zur Präeklampsie: Nach ihrer Geburt bilden sich die Beschwerden meist innerhalb von Tagen zurück. Frauen mit Präeklampsie haben allerdings lebenslang ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sollten ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren lassen.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.