Primärer Hyperaldosteronismus
- ICD-10E26.0
- Endokrinologie
- Nebenniere
Auch bekannt als Conn-Syndrom · Morbus Conn · Hyperaldosteronismus · Aldosteronproduzierendes Adenom
Beim primären Hyperaldosteronismus bilden die Nebennieren unabhängig vom Renin-Angiotensin-System zu viel Aldosteron, meist durch eine beidseitige Hyperplasie oder ein einseitiges Adenom. Aldosteron fördert in der Niere die Rückresorption von Natrium und die Ausscheidung von Kalium. Er gilt als häufigste endokrine Ursache einer sekundären Hypertonie und ist deutlich häufiger als früher angenommen. Leitsymptom ist ein schwer einstellbarer Bluthochdruck; eine Hypokaliämie mit Muskelschwäche, Krämpfen, Polyurie und Verstopfung findet sich nur bei einem Teil der Patienten.
Suchtest ist der Aldosteron-Renin-Quotient, der bei unterdrücktem Renin und erhöhtem Aldosteron deutlich erhöht ist; störende Medikamente sollten möglichst vorher umgestellt werden. Bestätigt wird die Diagnose mit einem Kochsalzbelastungstest. Die CT der Nebennieren und eine seitengetrennte Blutentnahme aus den Nebennierenvenen unterscheiden ein einseitiges Adenom von einer beidseitigen Hyperplasie. Ein einseitiges Adenom wird laparoskopisch entfernt, beidseitige Formen werden mit Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten wie Spironolacton behandelt. Das Herz-Kreislauf-Risiko ist höher als bei einer essenziellen Hypertonie mit gleichem Blutdruck.
💡 Nice to know
Jerome Conn beschrieb 1955 die erste Patientin, eine junge Frau mit Muskelschwäche, Krämpfen und Bluthochdruck. Nach Entfernung eines kleinen Nebennierenadenoms verschwanden ihre Beschwerden, was die Erkrankung zum Lehrbuchbeispiel einer heilbaren Hypertonie machte.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.