Pulmonale Sarkoidose
- ICD-10D86.0
- Pneumologie
- Lunge
- Lymphknoten
Auch bekannt als Sarkoidose · Morbus Boeck · Morbus Besnier-Boeck-Schaumann · Löfgren-Syndrom
Die Sarkoidose ist eine Systemerkrankung unklarer Ursache, bei der sich in verschiedenen Organen nicht verkäsende epitheloidzellige Granulome bilden. Am häufigsten sind Lunge und hiläre Lymphknoten betroffen, daneben Haut, Augen, Herz und Nervensystem. Die chronische Form beginnt schleichend mit trockenem Husten, Belastungsdyspnoe und Müdigkeit; viele Fälle werden zufällig im Röntgenbild entdeckt. Die akute Form, das Löfgren-Syndrom, zeigt die Trias aus bihilärer Lymphadenopathie, Erythema nodosum und Sprunggelenksarthritis.
Im Röntgen-Thorax fallen beidseits vergrößerte Hiluslymphknoten auf, später retikulonoduläre Lungenveränderungen. Im Labor können ACE, löslicher Interleukin-2-Rezeptor und Kalzium erhöht sein. Die bronchoalveoläre Lavage zeigt eine Lymphozytose mit erhöhtem CD4/CD8-Quotienten; gesichert wird die Diagnose durch eine Biopsie mit Granulomnachweis und den Ausschluss anderer Ursachen wie Tuberkulose. Viele Verläufe heilen spontan aus, das Löfgren-Syndrom in der großen Mehrzahl. Bei Organgefährdung, etwa von Herz, Augen oder Nervensystem, wird mit Glukokortikoiden behandelt.
💡 Nice to know
Beim Löfgren-Syndrom ist die Diagnose oft schon beim Hinsehen klar: Rote, schmerzhafte Knoten an den Schienbeinen, geschwollene Sprunggelenke und beidseits große Hiluslymphknoten im Röntgen genügen in typischen Fällen, sodass auf eine Biopsie verzichtet werden kann.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.