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Reaktive Arthritis

  • ICD-10M02.9
  • Rheumatologie
  • Gelenke

Auch bekannt als Reiter-Syndrom · Morbus Reiter · Postinfektiöse Arthritis · ReA

Die reaktive Arthritis ist eine sterile Gelenkentzündung, die einige Tage bis Wochen nach einer bakteriellen Infektion des Darms oder der Harnwege auftritt, etwa durch Chlamydien, Salmonellen, Shigellen, Yersinien oder Campylobacter. Im Gelenk selbst finden sich keine vermehrungsfähigen Erreger. Sie betrifft vor allem junge Erwachsene, häufig Träger von HLA-B27. Typisch ist eine asymmetrische Entzündung weniger großer Gelenke der Beine, vor allem Knie und Sprunggelenke, dazu Fersenschmerzen durch Enthesitis, wurstförmig geschwollene Finger oder Zehen und tief sitzende Rückenschmerzen.

Die Kombination mit Harnröhrenentzündung und Bindehautentzündung wurde früher als Reiter-Trias bezeichnet; hinzu kommen können Hautveränderungen an Handflächen und Fußsohlen sowie Veränderungen der Mundschleimhaut. Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, klinischen Befund und den Erregernachweis in Stuhl, Urin oder Abstrich beziehungsweise auf serologische Hinweise; die Gelenkpunktion schließt eine septische Arthritis und Gicht aus. Behandelt wird mit NSAR, gegebenenfalls mit Kortison; eine noch bestehende Chlamydieninfektion wird antibiotisch behandelt, auch beim Partner. Meist heilt die Erkrankung innerhalb von sechs bis zwölf Monaten aus, ein Teil verläuft chronisch.

💡 Nice to know

Der Name „Reiter-Syndrom“ wird heute bewusst vermieden: Hans Reiter, der es 1916 beschrieb, war im Nationalsozialismus Präsident des Reichsgesundheitsamts und an Menschenversuchen in Konzentrationslagern beteiligt.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.