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Retropharyngealabszess

  • ICD-10J39.0
  • HNO
  • Pädiatrie
  • Rachen

Auch bekannt als Retropharyngealer Abszess · Retropharynxabszess · Abszess im Retropharyngealraum

Der Retropharyngealabszess ist eine Eiteransammlung im Raum zwischen hinterer Rachenwand und prävertebraler Faszie. Er betrifft vor allem Kinder unter fünf Jahren, bei denen dort noch Lymphknoten liegen, die nach Infekten der oberen Atemwege einschmelzen können. Bei Erwachsenen entsteht er eher nach Verletzungen der Rachenwand, etwa durch Fischgräten oder Intubation. Typisch sind Fieber, Schluckschmerzen, Speichelfluss, Nahrungsverweigerung, ein steif gehaltener Hals mit schmerzhafter Streckung und kloßige Sprache, im Verlauf auch Stridor.

Bei der Inspektion kann eine Vorwölbung der hinteren Rachenwand auffallen. Das seitliche Röntgen der Halsweichteile zeigt eine verbreiterte prävertebrale Weichteilschicht, die kontrastverstärkte CT sichert die Diagnose und zeigt die Ausdehnung. Behandelt wird mit intravenösen Antibiotika, etwa Ampicillin/Sulbactam oder Clindamycin, und bei reifem Abszess mit chirurgischer Drainage. Gefürchtete Komplikationen sind Atemwegsverlegung, Aspiration bei Abszessruptur und die Ausbreitung ins Mediastinum mit Mediastinitis.

💡 Nice to know

Der Retropharyngealraum ist eine Art Rutschbahn ins Brustkorbinnere: Der dahinterliegende „Danger Space“ reicht von der Schädelbasis bis zum Zwerchfell. Deshalb kann sich eine Infektion von hier aus rasch bis ins Mediastinum ausbreiten.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.