Rheumatoide Arthritis
- ICD-10M06.90
- Rheumatologie
- Gelenke
Auch bekannt als RA · Chronische Polyarthritis · cP · Rheuma · Seropositive rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung und betrifft Frauen etwa dreimal so häufig wie Männer, meist zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Eine Autoimmunreaktion führt zu einer Synovitis, die Knorpel und Knochen zerstört. Typisch ist eine symmetrische Polyarthritis der kleinen Gelenke, vor allem der Fingergrund- und Mittelgelenke sowie der Handgelenke, mit Morgensteifigkeit über 30 Minuten, Schwellung und schmerzhaftem Händedruck (Gaenslen-Zeichen). Die Fingerendgelenke bleiben typischerweise ausgespart.
Laborchemisch sind BSG und CRP erhöht; Rheumafaktor und vor allem anti-CCP-Antikörper sind bei vielen Patienten nachweisbar, anti-CCP ist dabei sehr spezifisch. Sonografie und Röntgen zeigen Synovitis, gelenknahe Osteoporose und Erosionen. Ziel ist eine frühe Remission: Methotrexat ist Mittel der ersten Wahl, anfangs überbrückend mit Glukokortikoiden, bei unzureichendem Ansprechen ergänzt durch Biologika wie TNF-Inhibitoren oder JAK-Inhibitoren. Spätfolgen ohne Therapie sind Gelenkdeformitäten wie Ulnardeviation und Schwanenhalsdeformität, Rheumaknoten und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.
💡 Nice to know
Rauchen ist nicht nur ein Risikofaktor, sondern verstärkt die Citrullinierung von Eiweißen in der Lunge. Gegen diese veränderten Proteine richten sich die anti-CCP-Antikörper, die oft schon Jahre vor den ersten Gelenkbeschwerden im Blut nachweisbar sind.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.