Scharlach
- ICD-10A38
- Infektiologie
- Pädiatrie
- Rachen
- Haut
Auch bekannt als Scarlatina · Scharlachfieber · Streptokokken-Angina mit Exanthem
Scharlach wird durch Streptokokken der Gruppe A verursacht, die ein erythrogenes Toxin bilden. Betroffen sind vor allem Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter; übertragen wird er per Tröpfcheninfektion. Nach einer kurzen Inkubationszeit beginnt die Erkrankung plötzlich mit Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und oft Erbrechen; die Mandeln sind gerötet und geschwollen. Nach ein bis zwei Tagen erscheint ein feinfleckiger, samtartiger Ausschlag, der in den Leisten und Achseln beginnt; das Munddreieck bleibt auffallend blass. Die Zunge ist zunächst weiß belegt und wird dann tiefrot mit hervortretenden Papillen.
Die Diagnose wird klinisch gestellt und durch einen Streptokokken-Schnelltest oder eine Rachenkultur bestätigt. Nach etwa einer Woche schuppt sich die Haut, besonders an Handflächen und Fußsohlen. Behandelt wird mit Penicillin V, bei Allergie mit Cephalosporinen oder Makroliden; dadurch sinken Ansteckungsgefahr und Risiko für Folgeerkrankungen. Kinder dürfen in der Regel 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie wieder Gemeinschaftseinrichtungen besuchen. Seltene Spätfolgen sind rheumatisches Fieber und Glomerulonephritis. Da es verschiedene Toxine gibt, kann man mehrfach an Scharlach erkranken.
💡 Nice to know
Wegen ihres Aussehens wird die typische Zunge „Himbeerzunge“ genannt. Scharlach war vor der Entdeckung der Antibiotika eine gefürchtete Kinderkrankheit mit hoher Sterblichkeit; heute verläuft er dank Penicillin meist harmlos.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.