Seminom
- ICD-10C62.9
- Urologie
- Onkologie
- Hoden
Auch bekannt als Hodenkrebs · Hodentumor · Keimzelltumor des Hodens · Hodenkarzinom
Hodentumoren sind die häufigste bösartige Erkrankung junger Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Über 90 % sind Keimzelltumoren, von denen die Seminome etwa die Hälfte ausmachen. Wichtigster Risikofaktor ist ein Hodenhochstand in der Kindheit, daneben ein früherer Hodentumor und familiäre Belastung. Typisch ist eine schmerzlose, derbe Schwellung oder Verhärtung eines Hodens, oft mit Schweregefühl, die der Betroffene selbst ertastet. Seltener fallen Rückenschmerzen durch Lymphknotenmetastasen hinter dem Bauchfell oder eine Gynäkomastie auf.
Die Sonografie zeigt eine echoarme Raumforderung im Hoden. Tumormarker sind AFP, beta-HCG und LDH; ein erhöhtes AFP spricht gegen ein reines Seminom. Die Diagnose wird durch die Entfernung des Hodens über einen Leistenschnitt gesichert, die zugleich Therapie ist; eine Biopsie durch den Hodensack wird vermieden. CT von Abdomen und Thorax dienen dem Staging. Seminome sind sehr strahlen- und chemotherapieempfindlich, und selbst metastasierte Stadien sind mit Cisplatin-basierter Chemotherapie meist heilbar. Die Heilungsraten liegen insgesamt über 95 %.
💡 Nice to know
Hodenkrebs gilt als Paradebeispiel für den Erfolg der Chemotherapie: Seit der Einführung von Cisplatin in den 1970er-Jahren, maßgeblich durch den Onkologen Lawrence Einhorn, wurde aus einer oft tödlichen Erkrankung auch im metastasierten Stadium eine meist heilbare. Einer von Einhorns bekanntesten Patienten war später der Radprofi Lance Armstrong.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.