Skaphoidfraktur
- ICD-10S62.0
- Unfallchirurgie
- Hand
- Knochen
Auch bekannt als Kahnbeinfraktur · Kahnbeinbruch · Scaphoidfraktur · Fraktur des Os scaphoideum
Die Skaphoidfraktur ist der häufigste Bruch der Handwurzelknochen und betrifft vor allem junge, aktive Männer. Sie entsteht meist durch einen Sturz auf die ausgestreckte, nach hinten überstreckte Hand, etwa beim Sport oder Radfahren. Die Beschwerden sind oft erstaunlich gering: Schmerzen an der Daumenseite des Handgelenks, leichte Schwellung und verminderte Kraft. Viele Betroffene halten die Verletzung für eine Verstauchung und gehen erst spät zum Arzt. Typisch sind ein Druckschmerz in der Tabatière, der Grube zwischen den Daumensehnen, und ein Stauchungsschmerz entlang des Daumens.
Im Röntgen, auch in Spezialaufnahmen des Kahnbeins, ist der Bruch anfangs oft nicht zu sehen. Bei klinischem Verdacht wird deshalb eine CT oder MRT durchgeführt oder das Handgelenk ruhiggestellt und später erneut geröntgt. Nicht verschobene Brüche im mittleren und distalen Drittel können im Unterarmgips behandelt werden, verschobene und körpernahe Brüche werden meist mit einer Schraube versorgt. Weil das Kahnbein überwiegend von distal durchblutet wird, drohen besonders bei körpernahen Frakturen eine Pseudarthrose und eine Nekrose des proximalen Fragments, die unbehandelt zu einer Arthrose führen.
💡 Nice to know
Eine übersehene Kahnbeinfraktur führt nach Jahren oft zu einem typischen Arthrosemuster des Handgelenks, dem SNAC-Wrist. Deshalb gilt in der Unfallchirurgie: Ein Sturz auf die Hand mit Schmerzen in der Tabatière ist eine Kahnbeinfraktur, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.