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ST-Hebungsinfarkt

  • ICD-10I21.3
  • Kardiologie
  • Herz

Auch bekannt als STEMI · Herzinfarkt · Myokardinfarkt · Akuter Myokardinfarkt · Transmuraler Myokardinfarkt

Beim ST-Hebungsinfarkt verschließt meist ein Thrombus auf einer rupturierten atherosklerotischen Plaque eine Koronararterie vollständig. Das abhängige Myokard wird transmural ischämisch und geht ohne rasche Reperfusion zugrunde. Risikofaktoren sind Rauchen, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Dyslipidämie, familiäre Belastung und höheres Alter. Typisch ist ein retrosternaler Druck- oder Engegefühl über 20 Minuten mit Ausstrahlung in Arm, Hals oder Kiefer, begleitet von Schweißausbruch, Übelkeit und Todesangst. Frauen, ältere Menschen und Diabetiker zeigen häufiger atypische Beschwerden wie Oberbauchschmerz oder reine Dyspnoe.

Die Diagnose wird im 12-Kanal-EKG gestellt: ST-Hebungen in mindestens zwei benachbarten Ableitungen oder ein neuer Linksschenkelblock bei typischer Klinik. Auf das Troponin wird nicht gewartet. Therapie der Wahl ist die primäre perkutane Koronarintervention innerhalb von 120 Minuten nach Diagnose, sonst eine Fibrinolyse. Begleitend erhalten Patienten ASS, einen P2Y12-Hemmer, Heparin und eine Schmerztherapie, Sauerstoff nur bei Hypoxämie. Gefürchtete Komplikationen sind Kammerflimmern in den ersten Stunden, kardiogener Schock, Papillarmuskelabriss und Ventrikelseptumruptur. Langfristig folgen Sekundärprävention mit Statin, Betablocker, ACE-Hemmer und Lebensstiländerung.

💡 Nice to know

Der Spruch „Time is muscle“ ist wörtlich gemeint: Pro Minute Verzögerung bis zur Wiedereröffnung des Gefäßes steigt die Sterblichkeit messbar. Deshalb wird ein STEMI vom Rettungsdienst direkt ins Herzkatheterlabor gebracht und nicht erst in die Notaufnahme.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.