Takotsubo-Kardiomyopathie
- ICD-10I42.88
- Kardiologie
- Herz
Auch bekannt als Stress-Kardiomyopathie · Broken-Heart-Syndrom · Tako-Tsubo-Syndrom · Apical-Ballooning-Syndrom
Die Takotsubo-Kardiomyopathie ist eine akute, meist vorübergehende Funktionsstörung der linken Herzkammer, die typischerweise nach starkem emotionalem oder körperlichem Stress auftritt. Betroffen sind überwiegend Frauen nach der Menopause. Vermutet wird eine toxische Wirkung stark erhöhter Katecholamine auf das Myokard. Die Symptome gleichen einem Herzinfarkt: plötzlicher Brustschmerz, Atemnot, manchmal Synkope oder kardiogener Schock.
EKG und Troponin sind wie beim Infarkt verändert, die Koronarangiografie zeigt jedoch keine verschlossenen Gefäße. Lävokardiografie oder Echokardiografie offenbaren das typische Bild: Die Herzspitze bewegt sich kaum und ist ballonartig erweitert, während die Herzbasis kräftig kontrahiert. Behandelt wird wie eine Herzinsuffizienz; in der Akutphase drohen Rhythmusstörungen, Thromben in der Herzspitze und kardiogener Schock. Die Pumpfunktion normalisiert sich meist innerhalb weniger Wochen, Rezidive sind möglich.
💡 Nice to know
Der Name stammt aus Japan: Die ballonartig aufgeweitete linke Herzkammer erinnert in der Systole an eine Tintenfischfalle, einen bauchigen Tonkrug mit engem Hals, der dort „Tako-tsubo“ heißt.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.