Ureterolithiasis
- ICD-10N20.1
- Urologie
- Harnleiter
- Niere
Auch bekannt als Harnleiterstein · Nierenkolik · Urolithiasis · Ureterstein · Harnsteinkolik · Steinkolik
Bei der Ureterolithiasis klemmt ein Harnstein im Harnleiter ein, meist an einer der drei physiologischen Engen. Die häufigsten Steine bestehen aus Kalziumoxalat, seltener aus Harnsäure, Struvit oder Cystin. Risikofaktoren sind geringe Trinkmenge, Hitze, Übergewicht, eiweiß- und salzreiche Ernährung und familiäre Belastung. Die Nierenkolik beginnt plötzlich mit stärksten, wellenförmigen Flankenschmerzen, die je nach Steinlage in Leiste, Hoden oder Schamlippen ausstrahlen. Die Patienten sind unruhig und können nicht still liegen, oft mit Übelkeit, Erbrechen und Hämaturie.
Die Sonografie zeigt einen Harnstau, die Low-Dose-CT ohne Kontrastmittel ist Goldstandard zum Steinnachweis. Im Urin findet sich meist eine Mikrohämaturie. Akut werden NSAR wie Diclofenac oder Metamizol gegeben, Opioide nur ergänzend. Steine bis etwa 5 mm gehen meist spontan ab; Alphablocker wie Tamsulosin können den Abgang fördern. Größere Steine werden per Ureteroskopie oder Stoßwellenlithotripsie behandelt. Bei Fieber und Harnstau liegt ein urologischer Notfall vor, die Niere muss sofort per Harnleiterschiene oder Nephrostomie entlastet werden.
💡 Nice to know
Eine kleine Studie aus den USA, die 2018 einen Ig-Nobelpreis erhielt, zeigte, dass Achterbahnfahren den Abgang kleiner Nierensteine fördern kann. Getestet wurde mit einem 3D-gedruckten Nierenmodell auf einer Achterbahn in Disney World, am besten funktionierte ein Platz in den hinteren Wagen.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.