Zöliakie
- ICD-10K90.0
- Gastroenterologie
- Darm
Auch bekannt als Glutensensitive Enteropathie · Einheimische Sprue · Coeliakie · Glutenunverträglichkeit
Die Zöliakie ist eine lebenslange Autoimmunerkrankung des Dünndarms, ausgelöst durch das Klebereiweiß Gluten in Weizen, Roggen, Gerste und verwandten Getreiden. Bei genetischer Veranlagung (HLA-DQ2 oder HLA-DQ8) führt Gluten zu einer Entzündung mit Rückbildung der Dünndarmzotten und damit zu einer verminderten Nährstoffaufnahme. Kinder fallen klassisch mit Durchfällen, vorgewölbtem Bauch und Gedeihstörung auf. Erwachsene zeigen häufig unspezifische Beschwerden wie Blähungen, Müdigkeit oder eine Eisenmangelanämie, die auf Eisentabletten nicht anspricht.
Serologisch werden Antikörper gegen Gewebstransglutaminase vom Typ IgA zusammen mit dem Gesamt-IgA bestimmt, da ein IgA-Mangel zu falsch negativen Ergebnissen führt. Bei Erwachsenen wird die Diagnose durch Dünndarmbiopsien gesichert, die Zottenatrophie, Kryptenhyperplasie und vermehrte intraepitheliale Lymphozyten zeigen. Wichtig ist, dass alle Tests unter glutenhaltiger Ernährung erfolgen. Einzige Therapie ist eine strikt glutenfreie Ernährung, unter der sich die Schleimhaut meist erholt. Assoziiert sind die Dermatitis herpetiformis Duhring, Typ-1-Diabetes und Autoimmunthyreoiditis; unbehandelt steigt das Risiko für ein T-Zell-Lymphom des Darms.
💡 Nice to know
Einen entscheidenden Hinweis lieferte der Hungerwinter 1944/45 in den Niederlanden: Der Kinderarzt Willem-Karel Dicke beobachtete, dass es Kindern mit Zöliakie besser ging, als Brot knapp war, und wieder schlechter, als nach der Befreiung Brot eintraf.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.