Zoster ophthalmicus
- ICD-10B02.3
- Ophthalmologie
- Infektiologie
- Auge
- Haut
Auch bekannt als Herpes zoster ophthalmicus · Gürtelrose am Auge · HZO · Zoster des N. ophthalmicus
Beim Zoster ophthalmicus wird das Varizella-Zoster-Virus, das nach einer Windpockeninfektion lebenslang im Körper verbleibt, im ersten Ast des N. trigeminus reaktiviert. Betroffen sind vor allem ältere und immungeschwächte Menschen. Häufig beginnt die Erkrankung mit brennenden Schmerzen, Kribbeln und Krankheitsgefühl einige Tage vor dem Ausschlag. Dann erscheinen einseitig auf Stirn, Oberlid und behaarter Kopfhaut gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund, die streng an der Mittellinie enden, später verkrusten und oft Narben hinterlassen. Das Lid schwillt häufig stark an.
Bläschen an der Nasenspitze (Hutchinson-Zeichen) zeigen eine Beteiligung des N. nasociliaris an, der auch das Auge versorgt, und kündigen ein hohes Risiko für eine Augenbeteiligung an. Diese kann als Bindehautentzündung, Keratitis, Uveitis, Glaukom oder selten als Netzhautnekrose auftreten und das Sehvermögen bedrohen. Die Diagnose ist klinisch, im Zweifel sichert eine PCR aus Bläscheninhalt den Befund; jeder Patient sollte augenärztlich an der Spaltlampe untersucht werden. Behandelt wird möglichst innerhalb von 72 Stunden antiviral, etwa mit Aciclovir, Valaciclovir oder Brivudin. Gefürchtet ist die postherpetische Neuralgie. Die STIKO empfiehlt die Impfung mit dem Zoster-Totimpfstoff für alle Menschen ab 60 Jahren.
💡 Nice to know
Brivudin darf nicht zusammen mit 5-Fluorouracil oder dessen Vorstufen wie Capecitabin gegeben werden: Die Kombination hemmt den Abbau des Krebsmedikaments und kann zu tödlichen Vergiftungen führen. Vor jeder Verordnung muss deshalb nach einer laufenden oder kürzlichen Krebstherapie gefragt werden.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.