Laktoseintoleranz
- ICD-10E73.9
- Gastroenterologie
- Darm
Auch bekannt als Laktosemalabsorption, Milchzuckerunverträglichkeit, Laktasemangel, Lactose intolerance
Bei der Laktoseintoleranz fehlt im Dünndarm ausreichend Laktase, um Milchzucker zu spalten. Die primäre Form ist genetisch bedingt und weltweit bei Erwachsenen die Regel; sekundäre Formen entstehen bei Schädigung der Dünndarmschleimhaut, etwa durch Zöliakie, Gastroenteritis oder Morbus Crohn. Unverdaute Laktose wirkt osmotisch und wird im Dickdarm bakteriell vergoren: Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall nach Milchprodukten sind die Folge.
Diagnostiziert wird mit dem H2-Atemtest, einem Gentest oder einem Auslassversuch. Anämie, Gewichtsverlust oder Mangelerscheinungen gehören nicht zur primären Form und sprechen für eine andere Ursache. Behandelt wird mit laktosereduzierter Ernährung und bei Bedarf Laktasepräparaten; gereifter Hartkäse wird meist gut vertragen.
💡 Nice to know
Nicht die Unverträglichkeit, sondern die Verträglichkeit ist die genetische Ausnahme: Die Fähigkeit, auch als Erwachsener Milchzucker zu verdauen, hat sich erst vor einigen tausend Jahren mit der Milchwirtschaft verbreitet.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.