Volvulus bei Malrotation

  • ICD-10Q43.3
  • Pädiatrie
  • Viszeralchirurgie
  • Darm

Auch bekannt als Malrotation · Mittdarmvolvulus · Dünndarmvolvulus · Midgut volvulus · Darmverdrehung

Bei der Malrotation ist die embryonale Drehung des Darms unvollständig, das Mesenterium hat eine schmale Basis und Ladd-Bänder können das Duodenum einengen. Der Dünndarm kann sich um die A. mesenterica superior verdrehen (Volvulus) und innerhalb von Stunden ischämisch werden. Die meisten Fälle manifestieren sich im ersten Lebensmonat mit plötzlichem galligem Erbrechen, später kommen geblähtes Abdomen, blutige Stühle und Schock hinzu.

Diagnostisch zeigt die Sonografie eine vertauschte Lage von A. und V. mesenterica superior bzw. ein Whirlpool-Zeichen; Goldstandard ist die obere Magen-Darm-Passage mit fehlender regelrechter Lage der Flexura duodenojejunalis. Bei Verdacht wird sofort operiert (Detorquierung, Ladd-Operation, ggf. Resektion). Differenzialdiagnosen sind Duodenalatresie, Pylorusstenose (nicht gallig), Invagination und nekrotisierende Enterokolitis. Verzögerung kann zum Verlust des gesamten Dünndarms führen.

💡 Nice to know

Galliges Erbrechen beim Neugeborenen gilt bis zum Beweis des Gegenteils als Volvulus und damit als chirurgischer Notfall, auch wenn das Kind sonst noch gut aussieht.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.