Akute Appendizitis
- ICD-10K35.8
- Viszeralchirurgie
- Darm
Auch bekannt als Appendizitis · Blinddarmentzündung · Wurmfortsatzentzündung · Perforierte Appendizitis · Akuter Blinddarm
Die akute Appendizitis ist die häufigste Ursache eines akuten Abdomens, die eine Operation erfordert, mit einem Gipfel im Kindes- und jungen Erwachsenenalter. Meist führt eine Obstruktion des Lumens, etwa durch einen Kotstein oder lymphatische Hyperplasie, zu Sekretstau, bakterieller Entzündung und schließlich zur Perforation. Klassisch beginnen die Schmerzen periumbilikal oder epigastrisch und wandern innerhalb von Stunden in den rechten Unterbauch. Begleitend treten Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und leichtes Fieber auf.
Untersucht wird auf Druckschmerz am McBurney-Punkt, kontralateralen Loslassschmerz (Blumberg), Rovsing- und Psoas-Zeichen. Laborchemisch finden sich meist eine Leukozytose und ein erhöhtes CRP; der Alvarado-Score hilft bei der Einschätzung. Die Sonografie ist erste Bildgebung, bei unklaren Befunden folgt eine CT, bei Schwangeren eine MRT. Standardtherapie ist die laparoskopische Appendektomie. Ausgewählte unkomplizierte Fälle können auch antibiotisch behandelt werden, dann allerdings mit relevantem Rezidivrisiko. Bei Kleinkindern und älteren Menschen ist die Perforationsrate wegen untypischer Verläufe erhöht.
💡 Nice to know
Die erste dokumentierte Appendektomie gelang 1735 dem Chirurgen Claudius Amyand in London bei einem elfjährigen Jungen, bei dem der Wurmfortsatz in einer Leistenhernie lag und von einer verschluckten Nadel perforiert war. Eine Appendix in einer Leistenhernie heißt bis heute Amyand-Hernie.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.