Reizdarmsyndrom
- ICD-10K58.9
- Gastroenterologie
- Psychosomatik
- Darm
Auch bekannt als Reizdarm, RDS, Colon irritabile, IBS, Irritable bowel syndrome
Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Darmerkrankung mit über drei Monate anhaltenden Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlveränderungen ohne strukturelle Ursache. Beteiligt sind viszerale Überempfindlichkeit, eine gestörte Darm-Hirn-Achse, Veränderungen des Mikrobioms und teils vorausgegangene Darminfekte. Frauen sind häufiger betroffen; man unterscheidet einen Durchfall-, einen Verstopfungs- und einen Mischtyp.
Es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose: Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Anämie, Fieber, nächtliche Beschwerden oder Beginn nach dem 50. Lebensjahr passen nicht dazu. Zur Basisdiagnostik gehören Blutbild, CRP, Zöliakie-Serologie und Calprotectin im Stuhl. Behandelt wird mit Aufklärung, Ernährungsanpassung (z. B. Low-FODMAP), Flohsamenschalen, Spasmolytika, niedrig dosiertem Amitriptylin und psychotherapeutischen Verfahren.
💡 Nice to know
Darmgerichtete Hypnosetherapie ist beim Reizdarmsyndrom in Studien gut wirksam und wird in der deutschen Leitlinie ausdrücklich als Therapieoption genannt.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.