Perilunäre Luxation
- ICD-10S63.0
- Unfallchirurgie
- Handchirurgie
- Hand
Auch bekannt als Perilunäre Luxationsfraktur · De-Quervain-Luxationsfraktur · Perilunäre Luxationsverletzung · Perilunate dislocation
Bei der perilunären Luxation verliert die distale Handwurzelreihe den Kontakt zum Mondbein, meist nach Hochrasanztrauma wie Motorradunfall oder Sturz aus Höhe auf die überstreckte Hand. Häufig ist sie mit Frakturen kombiniert, am häufigsten des Kahnbeins (transskaphoidale perilunäre Luxationsfraktur). Es bestehen starke Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkung; durch Druck auf den Karpaltunnel kann eine akute Medianusschädigung auftreten.
Im seitlichen Röntgenbild ist die normale Achse von Radius, Mondbein und Kopfbein unterbrochen, in der a.p.-Aufnahme die Gilula-Bögen. Die Verletzung erfordert eine notfallmäßige geschlossene Reposition und meist eine offene Rekonstruktion mit Bandnaht und Osteosynthese. Unbehandelt drohen Arthrose, Instabilität und Medianusschaden. Differenzialdiagnosen sind distale Radiusfraktur, Skaphoidfraktur und skapholunäre Bandruptur.
💡 Nice to know
Ein relevanter Teil dieser schweren Verletzungen wird in der Notaufnahme zunächst übersehen. Bei der reinen Mondbeinluxation kippt das Mondbein im seitlichen Bild nach palmar und erinnert an eine ausgeschüttete Teetasse („spilled teacup sign“).
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.