Tiefe Beinvenenthrombose

  • ICD-10I80.28
  • Angiologie
  • Gefäße

Auch bekannt als TVT, Beinvenenthrombose, Phlebothrombose, Thrombose, Deep vein thrombosis, DVT

Bei der tiefen Beinvenenthrombose verschließt ein Gerinnsel eine tiefe Bein- oder Beckenvene. Grundlage ist die Virchow-Trias aus Stase, Endothelschaden und Hyperkoagulabilität. Risikofaktoren sind Immobilisation, Operationen, Malignome, Östrogene, Schwangerschaft und Thrombophilien. Typisch sind einseitige Schwellung, Spannungsgefühl, Wadenschmerz, Überwärmung und livide Verfärbung; viele Thrombosen verlaufen aber oligosymptomatisch.

Diagnostisch kombiniert man die klinische Wahrscheinlichkeit (Wells-Score) mit D-Dimeren, die eine Thrombose bei niedriger Wahrscheinlichkeit ausschließen, und der Kompressionssonographie. Abzugrenzen sind rupturierte Baker-Zyste, Erysipel, Muskelfaserriss und Lymphödem. Behandelt wird mit Antikoagulation, meist einem direkten oralen Antikoagulans, für mindestens drei Monate. Gefürchtet sind Lungenembolie und postthrombotisches Syndrom.

💡 Nice to know

Rudolf Virchow hat die nach ihm benannte Trias nie in dieser Form aufgestellt. Die Zusammenfassung zu drei Faktoren stammt aus späteren Lehrbüchern, der Name wurde ihm erst nachträglich zugeschrieben.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.