Gestationshypertonie

  • ICD-10O13
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Gefäße

Auch bekannt als Schwangerschaftshypertonie · Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie · SIH · Gestational hypertension

Die Gestationshypertonie ist ein neu auftretender Blutdruck ab 140/90 mmHg nach der 20. Schwangerschaftswoche ohne Proteinurie und ohne weitere Organbeteiligung. Sie ist die häufigste hypertensive Schwangerschaftserkrankung und verläuft meist mild, kann aber in eine Präeklampsie übergehen, umso eher, je früher sie beginnt. Beschwerden fehlen häufig, der erhöhte Blutdruck fällt bei der Vorsorge auf.

Abzugrenzen sind die vorbestehende chronische Hypertonie (bereits vor der 20. SSW) und die Präeklampsie. Regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Urin auf Eiweiß, Labor und fetalem Wachstum sind nötig; der sFlt-1/PlGF-Quotient hilft bei der Risikoeinschätzung. Behandelt wird ab etwa 150/100 mmHg mit α-Methyldopa, Nifedipin oder Labetalol; ACE-Hemmer und Sartane sind in der Schwangerschaft kontraindiziert. Nach der Geburt normalisiert sich der Blutdruck meist innerhalb von Wochen.

💡 Nice to know

Auch wenn der Blutdruck nach der Geburt wieder normal ist: Frauen mit Gestationshypertonie oder Präeklampsie haben später ein erhöhtes Risiko für Hypertonie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Schwangerschaft gilt deshalb als eine Art kardiovaskulärer Belastungstest.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.