Akute bakterielle Meningitis
- ICD-10G00.9
- Neurologie
- Infektiologie
- Gehirn
Auch bekannt als Meningitis · Bakterielle Meningitis · Hirnhautentzündung · Eitrige Meningitis · Pneumokokkenmeningitis · Meningokokkenmeningitis
Die bakterielle Meningitis ist eine lebensbedrohliche Entzündung der Hirnhäute. Bei Erwachsenen sind Streptococcus pneumoniae und Neisseria meningitidis die häufigsten Erreger, bei Neugeborenen Streptokokken der Gruppe B, E. coli und Listerien, die auch bei Älteren und Immunsupprimierten wichtig sind. Klassisch ist die Trias aus Fieber, Kopfschmerz und Meningismus, oft mit Bewusstseinsstörung, Lichtscheu und Erbrechen. Petechien oder Purpura weisen auf Meningokokken hin.
Bei Verdacht werden sofort Blutkulturen abgenommen, Dexamethason und Antibiotika gegeben, in der Regel Ceftriaxon plus Ampicillin, ohne auf Bildgebung oder Liquor zu warten. Die Lumbalpunktion zeigt einen trüben Liquor mit granulozytärer Pleozytose über 1.000 Zellen/µl, erhöhtem Eiweiß, stark erniedrigter Glukose und erhöhtem Laktat. Vorher ist eine CT nur bei Bewusstseinsstörung, fokalen Defiziten oder Krampfanfällen nötig. Komplikationen sind Hirnödem, Hydrozephalus, Hörverlust und bei Meningokokken das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Kontaktpersonen bei Meningokokken erhalten eine Chemoprophylaxe.
💡 Nice to know
Das Kernig-Zeichen und das Brudzinski-Zeichen werden seit über hundert Jahren gelehrt, sind aber erstaunlich unempfindlich: In Studien waren sie bei den meisten Erwachsenen mit Meningitis negativ. Ein unauffälliger Befund schließt eine Meningitis deshalb keinesfalls aus.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.