Akute lymphatische Leukämie

  • ICD-10C91.00
  • Hämatologie
  • Onkologie
  • Pädiatrie
  • Knochenmark
  • Blut

Auch bekannt als ALL · Akute lymphoblastische Leukämie · Kindliche Leukämie · B-ALL · Blutkrebs

Die akute lymphatische Leukämie ist eine bösartige Erkrankung unreifer lymphatischer Vorläuferzellen, meist der B-Reihe. Sie ist die häufigste Krebserkrankung im Kindesalter mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen zwei und fünf Jahren, ein zweiter Gipfel liegt im höheren Erwachsenenalter. Die Blasten verdrängen die normale Blutbildung im Knochenmark. Daraus folgen Blässe und Müdigkeit durch Anämie, Infektanfälligkeit und Fieber durch fehlende funktionsfähige Leukozyten sowie Petechien und Blutungen durch Thrombozytopenie. Hinzu kommen häufig Knochenschmerzen, Lymphknotenschwellungen und eine Hepatosplenomegalie.

Das Blutbild zeigt meist Zytopenien, die Leukozyten können erniedrigt, normal oder stark erhöht sein. Im Ausstrich und im Knochenmark finden sich Blasten, die Immunphänotypisierung bestimmt die Linie, Zytogenetik und molekulare Marker das Risiko. Die Therapie besteht aus einer mehrphasigen Chemotherapie über etwa zwei Jahre mit ZNS-Prophylaxe, ergänzt um Immuntherapien wie Blinatumomab oder CAR-T-Zellen und bei Hochrisiko eine Stammzelltransplantation. Bei Kindern liegen die Heilungsraten heute bei etwa 90 Prozent.

💡 Nice to know

In den 1960er Jahren war die ALL bei Kindern fast immer tödlich. Dass heute rund neun von zehn Kindern geheilt werden, verdankt sich vor allem großen, kooperativen Therapiestudien und gilt als einer der größten Erfolge der Kinderonkologie.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.