Angioödem
- ICD-10T78.3
- Allergologie
- Dermatologie
- Haut
Auch bekannt als Quincke-Ödem, Angioneurotisches Ödem, Allergisches Angioödem, Angioedema
Das Angioödem ist eine akute, umschriebene Schwellung der tiefen Dermis, Subkutis oder Schleimhäute. Es ist entweder histaminvermittelt (allergisch, oft mit Urtikaria und Juckreiz) oder bradykininvermittelt (ACE-Hemmer, hereditärer C1-Inhibitor-Mangel, ohne Urtikaria und ohne Juckreiz). Betroffen sind vor allem Lider, Lippen, Zunge und Larynx. Die Schwellung ist meist asymmetrisch, nicht eindrückbar und hält Stunden bis wenige Tage an.
Die Diagnose ist klinisch; bei wiederholten Schwellungen ohne Urtikaria werden C4 und C1-Inhibitor bestimmt. Abzugrenzen sind Ödeme beim nephrotischen Syndrom (symmetrisch, eindrückbar, Proteinurie), Kontaktekzem, Erysipel und Hypothyreose. Histaminerge Formen werden mit Antihistaminika und Glukokortikoiden, bei Anaphylaxie mit Adrenalin behandelt; bei bradykininergen Formen wirken diese kaum, hier helfen Icatibant oder C1-Inhibitor-Konzentrat. Bei Zungen- oder Larynxbeteiligung hat die Atemwegssicherung Vorrang.
💡 Nice to know
Ein durch ACE-Hemmer ausgelöstes Angioödem kann erstmals nach Jahren problemloser Einnahme auftreten. Deshalb wird das Medikament als Ursache oft übersehen.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.