Anteriore ischämische Optikusneuropathie

  • ICD-10H47.0
  • Ophthalmologie
  • Neurologie
  • Auge

Auch bekannt als AION · NAION · Nicht-arteriitische AION · Ischämische Optikusneuropathie · Schlaganfall des Sehnervs

Die anteriore ischämische Optikusneuropathie ist ein Infarkt des Sehnervenkopfes durch Minderperfundierung der hinteren Ziliararterien. Häufiger ist die nicht arteriitische Form bei älteren Menschen mit Gefäßrisikofaktoren, Schlafapnoe und kleiner, „voller“ Papille; seltener, aber dringlicher ist die arteriitische Form bei Riesenzellarteriitis. Typisch ist ein plötzlicher, schmerzloser einseitiger Sehverlust, oft mit Ausfall der oberen oder unteren Gesichtsfeldhälfte, häufig beim Aufwachen bemerkt.

Befunde sind ein relativer afferenter Pupillendefekt und eine geschwollene, oft segmental blasse Papille mit streifigen Randblutungen. Bei jedem Patienten über 50 Jahre müssen BSG und CRP bestimmt und nach Symptomen einer Riesenzellarteriitis gefragt werden; bei Verdacht sofort hochdosiert Glukokortikoide, um das zweite Auge zu schützen. Für die nicht arteriitische Form gibt es keine gesicherte Therapie, Risikofaktoren werden eingestellt. Differenzialdiagnosen: Neuritis nervi optici, Zentralarterienverschluss, Stauungspapille.

💡 Nice to know

Für PDE-5-Hemmer wie Sildenafil wird ein Zusammenhang mit der nicht arteriitischen Form diskutiert, deshalb steht die Optikusneuropathie in ihren Fachinformationen als mögliche Nebenwirkung.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.