Zentralvenenverschluss der Netzhaut
- ICD-10H34.8
- Ophthalmologie
- Auge
Auch bekannt als Zentralvenenverschluss · ZVV · Zentralvenenthrombose · Retinaler Venenverschluss · Central retinal vein occlusion
Beim Zentralvenenverschluss wird die V. centralis retinae meist auf Höhe der Lamina cribrosa durch einen Thrombus verschlossen. Risikofaktoren sind Alter, arterielle Hypertonie, Diabetes, Glaukom, Hyperviskosität und Thrombophilie. Typisch ist eine einseitige, schmerzlose Sehverschlechterung, die sich über Stunden bis Tage entwickelt oder morgens beim Aufwachen bemerkt wird, meist weniger abrupt und weniger ausgeprägt als beim Arterienverschluss.
Fundoskopisch finden sich geschlängelte, gestaute Venen, streifige und fleckförmige Netzhautblutungen in allen Quadranten, Cotton-Wool-Herde und ein Papillenödem. Behandelt werden vor allem das Makulaödem mit intravitrealen VEGF-Hemmern oder Steroiden und, bei ischämischer Form, Neovaskularisationen mit Laserkoagulation. Systemische Risikofaktoren werden abgeklärt und eingestellt. Differenzialdiagnosen sind Zentralarterienverschluss, diabetische Retinopathie, hypertensive Retinopathie und Stauungspapille.
💡 Nice to know
Das Fundusbild mit Blutungen überall wird gern als „blood and thunder“ beschrieben. Wochen bis Monate nach einem ischämischen Verschluss droht ein Neovaskularisationsglaukom, früher „100-Tage-Glaukom“ genannt.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.