Neuritis nervi optici
- ICD-10H46
- Neurologie
- Ophthalmologie
- Auge
Auch bekannt als Optikusneuritis · Sehnerventzündung · Retrobulbärneuritis · Papillitis · Optic neuritis
Die Neuritis nervi optici ist eine entzündliche Demyelinisierung des Sehnervs und betrifft vor allem junge Frauen. Sie ist häufig eine Erstmanifestation der Multiplen Sklerose, seltener tritt sie bei NMOSD oder MOG-Antikörper-Erkrankung auf. Typisch ist eine einseitige Sehverschlechterung über Stunden bis Tage mit Augenbewegungsschmerz, Farbentsättigung (vor allem für Rot) und Zentralskotom.
Befunde sind ein relativer afferenter Pupillendefekt und meist ein normaler Augenhintergrund (retrobulbäre Form), seltener eine Papillenschwellung. MRT von Orbita und Schädel klärt Sehnervbeteiligung und MS-typische Läsionen, dazu visuell evozierte Potenziale mit verzögerter Latenz und ggf. Antikörper gegen AQP4 und MOG. Hochdosierte Glukokortikoide beschleunigen die Erholung, verändern das Endergebnis aber kaum. Die Prognose für das Sehen ist meist gut. Differenzialdiagnosen: AION, Zentralarterienverschluss, Stauungspapille, Lebersche Optikusatrophie.
💡 Nice to know
Beim Uhthoff-Phänomen verschlechtert sich das Sehen bei Erwärmung, etwa beim Sport oder heißen Duschen. Beschrieben hat es der Augenarzt Wilhelm Uhthoff 1890; Ursache ist die schlechtere Leitfähigkeit demyelinisierter Fasern bei Wärme.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.