Delir
- ICD-10F05.9
- Psychiatrie
- Geriatrie
- Gehirn
Auch bekannt als Delirium · Akuter Verwirrtheitszustand · Durchgangssyndrom · Hypoaktives Delir · Postoperatives Delir
Das Delir ist eine akute, fluktuierende Störung von Aufmerksamkeit und Bewusstsein mit kognitiven Defiziten, die sich über Stunden bis Tage entwickelt. Es ist Ausdruck einer akuten Hirnfunktionsstörung durch eine körperliche Ursache: Infektionen, Exsikkose, Elektrolytstörungen, Medikamente (v. a. anticholinerge), Operationen, Schmerzen, Harnverhalt oder Entzug. Risikofaktoren sind hohes Alter, vorbestehende Demenz, Seh- und Hörminderung und Multimorbidität. Neben der hyperaktiven Form mit Unruhe gibt es die häufigere hypoaktive Form mit Apathie und Schläfrigkeit.
Die Diagnose ist klinisch, unterstützt durch Screening-Instrumente wie die CAM. Entscheidend ist die Suche nach dem Auslöser mit Labor, Urin, Medikamentenliste und ggf. Bildgebung. Differenzialdiagnosen sind Demenz (schleichend, nicht fluktuierend), Depression, nicht konvulsiver Status epilepticus und Alkoholentzugsdelir. Therapie: Ursache behandeln, Reorientierung, Brille und Hörgerät, Schlaf-Wach-Rhythmus, Vermeidung delirogener Medikamente; Antipsychotika nur kurzzeitig bei ausgeprägter Agitation.
💡 Nice to know
Das hypoaktive Delir wird besonders oft übersehen, weil stille, schläfrige Patienten auf Station nicht auffallen. Dabei ist ein Delir mit erhöhter Sterblichkeit und einem höheren Risiko für eine spätere Demenz verbunden.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.