Eklampsie
- ICD-10O15.0
- Gynäkologie und Geburtshilfe
- Notfallmedizin
- Gehirn
- Plazenta
Auch bekannt als Eklamptischer Anfall · Schwangerschaftskrampf · Eklamptisches Koma · Eclampsia
Die Eklampsie bezeichnet tonisch-klonische Krampfanfälle bei Präeklampsie, die keiner anderen Ursache zuzuordnen sind. Sie kann vor, während oder bis einige Tage nach der Geburt auftreten und ist manchmal das erste Zeichen der Erkrankung. Vorboten sind starke Kopfschmerzen, Sehstörungen wie Flimmern, Oberbauchschmerz, Hyperreflexie und Unruhe. Ursache ist eine Endotheldysfunktion mit gestörter zerebraler Autoregulation, häufig als posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) in der MRT sichtbar.
Akuttherapie: Atemwege sichern, Seitenlage, Magnesiumsulfat i.v. als Mittel der Wahl zur Anfallsbeendigung und Rezidivprophylaxe, Blutdrucksenkung und nach Stabilisierung die Entbindung. Bei Magnesiumtherapie werden Reflexe, Atmung und Urinausscheidung überwacht, Antidot ist Kalziumglukonat. Differenzialdiagnosen sind Epilepsie, Sinusvenenthrombose, Hirnblutung, Hypoglykämie und Intoxikation. Komplikationen sind Aspiration, Hirnblutung, Plazentalösung und fetale Hypoxie.
💡 Nice to know
Eine große internationale Studie zeigte 1995, dass Magnesiumsulfat erneute eklamptische Anfälle wirksamer verhindert als Diazepam oder Phenytoin. Seitdem ist es weltweit Standard.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.