Glioblastom

  • ICD-10C71.9
  • Neurochirurgie
  • Onkologie
  • Gehirn

Auch bekannt als Glioblastoma multiforme · GBM · Hirntumor · Astrozytom WHO-Grad 4 · Glioblastoma

Das Glioblastom ist der häufigste und bösartigste primäre Hirntumor des Erwachsenen, meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Es wächst diffus infiltrierend, oft über den Balken in die Gegenseite („Schmetterlingsgliom“). Je nach Lage zeigen sich Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Wesensänderung, Hemiparese oder Sprachstörungen, die sich über Wochen rasch verschlechtern. Nach aktueller WHO-Klassifikation ist es definitionsgemäß IDH-Wildtyp.

Im MRT findet sich typischerweise eine girlandenförmig Kontrastmittel aufnehmende Raumforderung mit zentraler Nekrose und ausgedehntem Ödem; gesichert wird die Diagnose histologisch und molekular (u. a. MGMT-Promotor-Methylierung). Therapie: möglichst vollständige Resektion, dann Radiochemotherapie mit Temozolomid. Differenzialdiagnosen sind Hirnmetastasen, Hirnabszess, Lymphom und tumefaktive Demyelinisierung. Die mediane Überlebenszeit liegt trotz Therapie nur bei gut einem Jahr.

💡 Nice to know

Zusätzlich zur Chemotherapie gibt es Tumor Treating Fields: Über eine Elektrodenhaube auf dem Kopf werden elektrische Wechselfelder angelegt, die die Zellteilung stören. In einer randomisierten Studie verlängerten sie das Gesamtüberleben.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.