Kokainintoxikation
- ICD-10T40.5
- Toxikologie
- Notfallmedizin
- Herz
- Gehirn
Auch bekannt als Kokainvergiftung · Kokain-Intoxikation · Kokainüberdosis · Cocaine intoxication
Kokain hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin und blockiert Natriumkanäle. Die Intoxikation führt zu einem sympathomimetischen Syndrom mit Unruhe, Agitation, Mydriasis, Schwitzen, Tachykardie, Hypertonie und Hyperthermie. Gefürchtete Komplikationen sind Koronarspasmus mit Myokardinfarkt auch bei jungen Menschen, Aortendissektion, Hirnblutung, Krampfanfälle, Rhabdomyolyse und ventrikuläre Rhythmusstörungen.
Die Diagnose stützt sich auf Anamnese und Klinik, unterstützt durch Drogenscreening im Urin; EKG, Troponin, CK und Temperatur sind obligat. Therapie: Benzodiazepine als Mittel der ersten Wahl gegen Agitation, Hypertonie und Tachykardie, aktive Kühlung, Volumen, bei Brustschmerz Nitrate. Differenzialdiagnosen sind Amphetamin-Intoxikation, anticholinerges Syndrom, Serotoninsyndrom, Thyreotoxikose, Phäochromozytom und Alkoholentzug.
💡 Nice to know
Wer Kokain zusammen mit Alkohol konsumiert, bildet in der Leber Cocaethylen. Es wirkt länger als Kokain selbst und gilt als noch stärker herzschädigend.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.