Epiphyseolysis capitis femoris

  • ICD-10M93.0
  • Orthopädie
  • Pädiatrie
  • Knochen

Auch bekannt als Epiphysenlösung · Hüftkopfepiphysenlösung · ECF · Jugendliche Hüftkopflösung · Slipped capital femoral epiphysis

Bei der Epiphyseolysis capitis femoris gleitet die Hüftkopfepiphyse in der Wachstumsfuge nach dorsal und kaudal ab. Betroffen sind vor allem Jugendliche in der Pubertät, Jungen häufiger, besonders bei Übergewicht; Risikofaktoren sind auch Hypothyreose und Wachstumshormontherapie. Die chronische Form beginnt schleichend mit Hinken und Schmerzen in Leiste, Oberschenkel oder Knie, die akute Form plötzlich mit Gehunfähigkeit.

Klinisch typisch ist das Drehmann-Zeichen: Beim Beugen der Hüfte weicht das Bein zwangsweise in Außenrotation aus. Röntgen der Hüfte in zwei Ebenen (a.p. und Lauenstein) zeigt die Verschiebung. Therapie ist operativ mit Schraubenfixation in situ, häufig prophylaktisch auch der Gegenseite, da oft beide Seiten betroffen sind. Komplikationen sind Hüftkopfnekrose, Chondrolyse und femoroazetabuläres Impingement. Differenzialdiagnosen: Morbus Perthes, Coxitis fugax, Knieerkrankungen.

💡 Nice to know

Bei Jugendlichen mit Knieschmerzen muss immer die Hüfte untersucht werden. Isolierte Knieschmerzen führen bei der Epiphysenlösung immer wieder zu monatelanger Fehldiagnose.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.