Fettembolie-Syndrom

  • ICD-10T79.1
  • Unfallchirurgie
  • Notfallmedizin
  • Lunge
  • Gehirn

Auch bekannt als Fettembolie, Fettemboliesyndrom, FES, Fat embolism syndrome

Das Fettembolie-Syndrom tritt meist 24 bis 72 Stunden nach Frakturen langer Röhrenknochen oder des Beckens bzw. nach Marknagelung auf. Fetttröpfchen aus dem Knochenmark gelangen in die Blutbahn, verlegen kleine Gefäße und lösen über freie Fettsäuren eine Entzündungsreaktion aus. Klassisch ist die Trias aus respiratorischer Insuffizienz, neurologischen Symptomen von Verwirrtheit bis Koma und einem petechialen Exanthem an Achseln, Konjunktiven und Mundschleimhaut.

Die Diagnose ist klinisch (z. B. Gurd-Kriterien); das MRT kann viele punktförmige Diffusionsstörungen zeigen. Abzugrenzen sind Lungenembolie, Delir anderer Ursache, Sepsis und Alkoholentzug. Die Therapie ist supportiv mit Sauerstoff bzw. Beatmung und Kreislaufstabilisierung; die frühe operative Frakturstabilisierung senkt das Risiko. Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung meist gut.

💡 Nice to know

Im diffusionsgewichteten MRT erscheinen die vielen kleinen Läsionen wie ein Sternenhimmel. Radiologen nennen dieses Bild deshalb „Starfield pattern“.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.