HELLP-Syndrom

  • ICD-10O14.2
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Leber
  • Blut

Auch bekannt als HELLP · Hemolysis Elevated Liver enzymes Low Platelets · Schwere Präeklampsie mit HELLP · Hämolyse mit erhöhten Leberwerten und Thrombozytopenie

Das HELLP-Syndrom ist eine schwere Verlaufsform aus dem Spektrum der hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen mit Hämolyse, erhöhten Leberwerten und Thrombozytopenie. Es tritt meist im dritten Trimenon oder in den ersten Tagen nach der Geburt auf, bei einem Teil der Frauen ohne deutliche Hypertonie oder Proteinurie. Leitsymptom ist ein Schmerz im rechten Oberbauch oder Epigastrium, oft mit Übelkeit, Erbrechen und Unwohlsein, was leicht als Gastroenteritis oder Gallenkolik verkannt wird.

Labor: Thrombozytenabfall, erhöhte Transaminasen und LDH, erniedrigtes Haptoglobin, Fragmentozyten. Gefürchtet sind Leberhämatom und Leberruptur, Gerinnungsstörung, Plazentalösung, Nierenversagen und Eklampsie. Therapie: stationäre Überwachung, Blutdrucksenkung, Magnesiumsulfat und in der Regel zügige Entbindung, vor 34+0 SSW möglichst nach Lungenreifeinduktion. Differenzialdiagnosen: akute Schwangerschaftsfettleber, TTP, HUS, Hepatitis, Cholezystitis.

💡 Nice to know

Der Name HELLP wurde 1982 vom amerikanischen Gynäkologen Louis Weinstein geprägt, der die Laborkonstellation als eigene Form der schweren Präeklampsie beschrieb.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.