Hyponatriämie
- ICD-10E87.1
- Nephrologie
- Endokrinologie
- Blut
Auch bekannt als Natriummangel · SIADH · Schwartz-Bartter-Syndrom · Verdünnungshyponatriämie · Hyponatremia
Eine Hyponatriämie liegt bei einem Serumnatrium unter 135 mmol/l vor und ist die häufigste Elektrolytstörung im Krankenhaus. Meist besteht ein relativer Wasserüberschuss: bei SIADH (Tumoren, Lungen- und ZNS-Erkrankungen, Medikamente wie SSRI oder Carbamazepin), Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Thiaziden, exzessiver Trinkmenge oder Nebenniereninsuffizienz. Symptome hängen von Ausmaß und Geschwindigkeit ab: Übelkeit, Kopfschmerz, Gangunsicherheit, Stürze und Verwirrtheit bis zu Krampfanfällen und Koma durch Hirnödem.
Diagnostisch werden Serumosmolalität, Urinosmolalität, Urinnatrium und Volumenstatus bestimmt, dazu TSH und Cortisol. Schwere symptomatische Formen erhalten hypertone Kochsalzlösung in Boli, sonst richtet sich die Therapie nach der Ursache (Flüssigkeitsrestriktion, Absetzen auslösender Medikamente, Volumengabe bei Hypovolämie). Die Korrektur muss langsam erfolgen, in der Regel höchstens 8 bis 10 mmol/l pro 24 Stunden. Differenzialdiagnostisch wichtig: Pseudohyponatriämie bei Hyperlipidämie oder Hyperglykämie.
💡 Nice to know
Eine zu rasche Korrektur kann ein osmotisches Demyelinisierungssyndrom (zentrale pontine Myelinolyse) auslösen. Besonders gefährdet sind Alkoholkranke und Mangelernährte, etwa bei der „Biertrinker-Potomanie“ mit viel Bier und wenig Nahrung.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.