Karzinoidsyndrom
- ICD-10E34.0
- Gastroenterologie
- Onkologie
- Darm
Auch bekannt als Karzinoid · Neuroendokriner Tumor mit Karzinoidsyndrom · Serotonin-produzierender Tumor · Flush-Syndrom · Carcinoid syndrome
Das Karzinoidsyndrom entsteht, wenn neuroendokrine Tumoren, meist aus dem Dünndarm (Ileum), Serotonin und andere vasoaktive Substanzen in den großen Kreislauf abgeben. Das ist in der Regel erst bei Lebermetastasen der Fall, weil die Leber die Stoffe sonst abbaut. Typisch sind anfallsartiger Flush von Gesicht und Oberkörper, wässrige Durchfälle und Bauchkrämpfe, seltener asthmaähnliche Bronchokonstriktion. Langfristig fibrosieren rechtsseitige Herzklappen (Hedinger-Syndrom).
Diagnostisch wird 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIES) im 24-Stunden-Urin bestimmt, dazu Chromogranin A. Lokalisiert werden Tumor und Metastasen mit Somatostatinrezeptor-PET/CT. Therapie: Somatostatinanaloga (Octreotid, Lanreotid) gegen Symptome und Wachstum, Resektion wenn möglich, Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie in fortgeschrittenen Stadien. Differenzialdiagnosen sind Phäochromozytom, Mastozytose, Menopause, medikamentöser Flush und Reizdarmsyndrom.
💡 Nice to know
Den Begriff „Karzinoid“, also „krebsähnlich“, prägte der Münchner Pathologe Siegfried Oberndorfer 1907. Er hielt die Tumoren zunächst für gutartig.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.