Membranöse Glomerulopathie

  • ICD-10N04.2
  • Nephrologie
  • Niere

Auch bekannt als Membranöse Glomerulonephritis, Membranöse Nephropathie, MGN, Membranous nephropathy

Die membranöse Glomerulopathie ist bei Erwachsenen eine der häufigsten Ursachen des nephrotischen Syndroms. Meist richten sich Autoantikörper gegen den Phospholipase-A2-Rezeptor (PLA2R) der Podozyten, es bilden sich subepitheliale Immunkomplexe. Sekundäre Formen kommen bei Tumoren, Hepatitis B, systemischem Lupus erythematodes und Medikamenten vor. Klinisch stehen Ödeme, große Proteinurie und eine ausgeprägte Thromboseneigung bis zur Nierenvenenthrombose im Vordergrund.

Diagnostisch sind Anti-PLA2R-Antikörper im Serum und die Nierenbiopsie mit verdickter Basalmembran und „Spikes“ wegweisend; bei sekundären Formen folgt die Suche nach der Grunderkrankung, insbesondere einem Tumor. Behandelt wird supportiv mit RAS-Blockade und Antikoagulation bei sehr niedrigem Albumin, bei hohem Risiko immunsuppressiv, heute meist mit Rituximab. Ein Teil der Patienten remittiert spontan, ein Teil entwickelt eine terminale Niereninsuffizienz.

💡 Nice to know

Das Zielantigen PLA2R wurde erst 2009 entdeckt. Seitdem lässt sich die Erkrankung oft schon per Bluttest vermuten und ihr Verlauf über den Antikörpertiter verfolgen.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.