Niereninfarkt

  • ICD-10N28.0
  • Nephrologie
  • Angiologie
  • Niere
  • Gefäße

Auch bekannt als Nierenarterienembolie, Renaler Infarkt, Akuter Nierenarterienverschluss, Renal infarction

Beim Niereninfarkt wird die Nierenarterie oder einer ihrer Äste verschlossen, meist kardioembolisch bei Vorhofflimmern, seltener durch Dissektion, fibromuskuläre Dysplasie oder Thrombophilie. Typisch sind akute Flankenschmerzen, Übelkeit und Hämaturie, weshalb er oft als Nierenkolik fehlgedeutet wird. Im Labor fällt eine stark erhöhte LDH bei nur gering veränderten Transaminasen auf.

Gesichert wird die Diagnose durch eine kontrastmittelgestützte CT mit keilförmigem Perfusionsausfall. Abzugrenzen sind Ureterolithiasis, Pyelonephritis und Aortendissektion. Behandelt wird mit Antikoagulation, bei frühem Verschluss des Hauptstamms gegebenenfalls mit Katheterlyse oder Revaskularisation; zudem muss die Emboliequelle gesucht werden.

💡 Nice to know

Bei Flankenschmerz ist die native Low-Dose-CT Standard. Darin ist ein Niereninfarkt praktisch unsichtbar, erst Kontrastmittel macht ihn sichtbar. Das ist einer der Gründe, warum er so oft übersehen wird.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.