Orthostatische Hypotonie
- ICD-10I95.1
- Kardiologie
- Geriatrie
- Gefäße
Auch bekannt als Orthostatische Dysregulation, Orthostase, Orthostasesyndrom, Orthostatic hypotension
Eine orthostatische Hypotonie liegt vor, wenn der Blutdruck innerhalb von drei Minuten nach dem Aufstehen systolisch um mindestens 20 mmHg oder diastolisch um mindestens 10 mmHg abfällt. Ursachen sind Volumenmangel, Medikamente (Antihypertensiva, Alphablocker, Diuretika, Antidepressiva), autonome Neuropathie bei Diabetes oder Parkinson und das höhere Lebensalter. Typisch sind Schwarzwerden vor Augen, Benommenheit und Schwankschwindel beim Aufstehen bis zur Synkope, kein echter Drehschwindel.
Diagnostiziert wird mit dem Schellong-Test oder der Kipptischuntersuchung. Abzugrenzen sind BPLS (Drehschwindel, auch im Liegen beim Umdrehen), Herzrhythmusstörungen und vasovagale Synkope. Behandelt wird zuerst durch Überprüfen der Medikation, ausreichend Flüssigkeit und Salz, langsames Aufstehen und Kompressionsstrümpfe, bei Bedarf medikamentös mit Midodrin oder Fludrocortison.
💡 Nice to know
Einfache Gegenmanöver wie Beine überkreuzen, Gesäß- und Oberschenkelmuskeln anspannen oder in die Hocke gehen heben den Blutdruck innerhalb von Sekunden und können eine drohende Ohnmacht abwenden.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.