Normaldruckhydrozephalus

  • ICD-10G91.20
  • Neurologie
  • Neurochirurgie
  • Gehirn

Auch bekannt als NPH · Idiopathischer Normaldruckhydrozephalus · iNPH · Hakim-Adams-Syndrom · Normal pressure hydrocephalus

Beim Normaldruckhydrozephalus sind die Hirnventrikel erweitert, ohne dass der Liquordruck dauerhaft erhöht ist. Vermutet wird eine gestörte Liquorresorption, idiopathisch im höheren Alter oder sekundär nach Subarachnoidalblutung, Meningitis oder Schädel-Hirn-Trauma. Typisch ist die Hakim-Trias aus kleinschrittiger, breitbasiger, „magnetischer“ Gangstörung, Harninkontinenz und kognitiver Verlangsamung. Die Gangstörung steht meist am Anfang und ist am ausgeprägtesten.

Im CT oder MRT zeigen sich weite Ventrikel, die in keinem Verhältnis zur Hirnatrophie stehen, mit engen hochfrontalen Sulci. Bessert sich der Gang nach einem Liquorablassversuch (Spinal-Tap-Test, 30 bis 50 ml) oder einer lumbalen Drainage, ist ein ventrikuloperitonealer Shunt angezeigt. Differenzialdiagnosen sind Morbus Parkinson, vaskuläre Enzephalopathie, Alzheimer-Demenz und zervikale Myelopathie. Früh operierte Patienten profitieren am meisten.

💡 Nice to know

Der kolumbianische Neurochirurg Salomón Hakim beschrieb das Krankheitsbild 1965 gemeinsam mit Raymond Adams. Als Merkhilfe für die Trias kursiert im Englischen „wet, wobbly and wacky“.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.