Sinusvenenthrombose
- ICD-10I67.6
- Neurologie
- Gehirn
Auch bekannt als Hirnvenenthrombose · Zerebrale Venenthrombose · Sinusthrombose · Cerebral venous thrombosis
Bei der Sinusvenenthrombose verschließt ein Thrombus einen oder mehrere Hirnsinus oder Hirnvenen. Betroffen sind vor allem jüngere Frauen; Risikofaktoren sind orale Kontrazeptiva, Schwangerschaft und Wochenbett, Thrombophilie, Infektionen im Kopf-Hals-Bereich, Dehydratation und Tumoren. Leitsymptom ist ein meist subakut zunehmender, ungewöhnlicher Kopfschmerz, dazu Stauungspapille, epileptische Anfälle, fokale Ausfälle und Bewusstseinsstörung.
Diagnostisch beweisend ist die Darstellung der Hirnvenen in MR-Venografie oder CT-Angiografie; D-Dimere können normal sein. Therapie: sofortige Antikoagulation mit Heparin, später orale Antikoagulation über mehrere Monate, dazu Behandlung von Anfällen und Hirndruck. Differenzialdiagnosen sind Migräne, idiopathische intrakranielle Hypertension, Subarachnoidalblutung, Präeklampsie, Meningitis und Hirntumor. Die Prognose ist bei rascher Therapie meist gut.
💡 Nice to know
Die Antikoagulation wird auch dann gegeben, wenn bereits eine Stauungsblutung im Gehirn vorliegt. Die Blutung entsteht durch den venösen Rückstau, und die Wiedereröffnung der Venen ist die beste Behandlung.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.