Transitorische ischämische Attacke
- ICD-10G45.99
- Neurologie
- Gehirn
Auch bekannt als TIA · Amaurosis fugax · Flüchtige zerebrale Ischämie · Mini-Schlaganfall · Transient ischemic attack
Eine transitorische ischämische Attacke ist eine vorübergehende neurologische Funktionsstörung durch fokale Ischämie von Gehirn, Rückenmark oder Netzhaut, ohne dass in der Bildgebung ein Infarkt nachweisbar ist. Die Symptome bilden sich meist innerhalb von Minuten zurück: Halbseitenlähmung, Sprachstörung, Gesichtsfeldausfall oder einseitige Erblindung (Amaurosis fugax). Ursachen entsprechen denen des Schlaganfalls: Karotisstenose, Vorhofflimmern, Mikroangiopathie.
Eine TIA ist ein Warnsignal und ein Notfall: Das Schlaganfallrisiko ist in den ersten Tagen am höchsten. Die Abklärung erfolgt rasch auf einer Stroke Unit: MRT mit Diffusionswichtung, Gefäßdiagnostik der Hals- und Hirngefäße, EKG-Monitoring und Echokardiografie. Sekundärprävention: Thrombozytenaggregationshemmung (kurzzeitig dual) oder Antikoagulation bei Vorhofflimmern, Statin, Blutdruckeinstellung, ggf. Karotisrevaskularisation. Differenzialdiagnosen: Migräne mit Aura, fokaler Anfall, Hypoglykämie, Synkope.
💡 Nice to know
Die alte Definition „Symptome kürzer als 24 Stunden“ gilt nicht mehr: In der MRT zeigt sich bei einem Teil der Patienten mit rasch rückläufigen Symptomen bereits ein Infarkt, der dann als Schlaganfall zählt.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.