Polymyalgia rheumatica

  • ICD-10M35.3
  • Rheumatologie
  • Muskeln
  • Gelenke

Auch bekannt als PMR · Polymyalgie · Polymyalgia · Rheumatische Polymyalgie

Die Polymyalgia rheumatica ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung des älteren Menschen, fast nie vor dem 50. Lebensjahr, Frauen sind häufiger betroffen. Sie ist eng mit der Riesenzellarteriitis verwandt; ein Teil der Patienten entwickelt beide Erkrankungen. Typisch sind beidseitige Schmerzen und ausgeprägte Morgensteifigkeit in Schulter- und Beckengürtel, die das Anziehen und Aufstehen erschweren. Hinzu kommen oft Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, subfebrile Temperaturen und depressive Verstimmung.

Laborchemisch sind BSG und CRP deutlich erhöht, die Kreatinkinase ist im Gegensatz zu Myositiden normal, Rheumafaktor und anti-CCP sind negativ. Sonografisch finden sich häufig eine Bursitis subdeltoidea und eine Tenosynovitis der Bizepssehne. Die Diagnose stützt sich auf Klinik, Labor und das prompte Ansprechen auf niedrig dosiertes Prednisolon, meist 15 bis 25 mg täglich, das über Monate langsam reduziert wird; bei Bedarf wird Methotrexat ergänzt. Bei jedem Patienten muss nach Kopfschmerzen, Kauschmerz und Sehstörungen als Hinweis auf eine begleitende Riesenzellarteriitis gefragt werden.

💡 Nice to know

Das schlagartige Ansprechen auf Kortison ist so typisch, dass es fast als diagnostischer Test gilt: Viele Patienten fühlen sich schon wenige Tage nach der ersten Tablette wie ausgewechselt. Bleibt diese Wirkung aus, sollte die Diagnose hinterfragt werden.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.