Vestibuläre Migräne
- ICD-10G43.8
- Neurologie
- HNO
- Gehirn
Auch bekannt als Migränöser Schwindel, Schwindelmigräne, Migräneassoziierter Schwindel, Vestibular migraine
Die vestibuläre Migräne ist eine der häufigsten Ursachen wiederkehrender spontaner Schwindelattacken und betrifft vor allem Frauen. Die Attacken dauern Minuten bis 72 Stunden, mit Dreh- oder Schwankschwindel, teils lageabhängig, und gehen mit oder ohne Kopfschmerz, aber oft mit Licht- und Lärmempfindlichkeit einher. Meist besteht eine Migräneanamnese.
Die Diagnose stützt sich auf festgelegte Kriterien und den Ausschluss anderer Ursachen; zwischen den Attacken ist der Befund meist normal. Abzugrenzen sind Morbus Menière, BPLS, TIA und Neuritis vestibularis. Im Anfall helfen Antiemetika, zur Prophylaxe Betablocker, Topiramat, Flunarizin oder Amitriptylin sowie das Meiden von Triggern wie Schlafmangel.
💡 Nice to know
Weil bei vielen Attacken der Kopfschmerz fehlt, bleibt die Erkrankung oft jahrelang unerkannt. Eigene Diagnosekriterien haben die Bárány-Gesellschaft und die Internationale Kopfschmerzgesellschaft erst 2012 gemeinsam veröffentlicht.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.