Wernicke-Enzephalopathie

  • ICD-10E51.2
  • Neurologie
  • Psychiatrie
  • Gehirn

Auch bekannt als Wernicke-Syndrom, Wernicke-Korsakow-Syndrom, Thiaminmangel-Enzephalopathie, Wernicke encephalopathy

Die Wernicke-Enzephalopathie entsteht durch einen akuten Thiaminmangel (Vitamin B1), vor allem bei chronischem Alkoholkonsum, aber auch bei Mangelernährung, Hyperemesis, nach bariatrischer Operation oder durch Glukosegabe ohne Thiaminsubstitution. Klassisch ist die Trias aus Augenbewegungsstörungen (Nystagmus, Ophthalmoplegie), Ataxie und Bewusstseins- bzw. Gedächtnisstörung.

Die Diagnose ist eine klinische Verdachtsdiagnose; das MRT kann symmetrische Signalveränderungen in Corpora mamillaria, medialem Thalamus und periaquäduktalem Grau zeigen. Abzugrenzen sind Alkoholentzugsdelir, Intoxikationen, Hypoglykämie und Schlaganfall. Schon bei Verdacht wird hochdosiert Thiamin intravenös gegeben, immer vor Glukose. Unbehandelt drohen ein bleibendes Korsakow-Syndrom mit Gedächtnisstörung und Konfabulationen oder der Tod.

💡 Nice to know

Die vollständige Trias zeigt nur eine Minderheit der Betroffenen. In Autopsiestudien wurde ein großer Teil der Fälle zu Lebzeiten nie erkannt, deshalb gilt: im Zweifel immer Thiamin geben.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.